Selbsthilfegruppen sind systemrelevant!

Petition Selbsthilfegruppen

Foto: Selbsthilfezentrum München (SHZ)

Am 17.09.2020 wurde die Petition “Selbsthilfegruppen und Selbstorganisierte Initiativen als systemrelevant einordnen!” offiziell beim Bayerischen Landtag mit knapp 4.000 Unterschriften eingereicht.

Das Selbsthilfezentrum München und alle Unterstützer*innen der Petition appellieren darin an die Bayerische Staatsregierung, Selbsthilfe als systemrelevanten Bestandteil des öffentlichen Lebens anzuerkennen und einzuordnen, damit ihre Akteur*innen gerade in Krisenzeiten die Arbeit fortführen können, anstatt in Isolation und Stillstand zu erstarren.

Die Pressemitteilung des Selbsthilfezentrum München (SHZ) hierzu können Sie hier (pdf, 327 KB) herunterladen.

Entspannung und Kreativität gegen das Pfeifen im Ohr

Roswitha Zadow und Benedikt Tworek leiten die Selbsthilfegruppe „Echo“

Roswitha Zadow und Benedikt Tworek leiten die Selbsthilfegruppe „Echo“

Die vor zwei Jahren gegründete Germeringer Selbsthilfegruppe „Echo“ hat eine neue Leitung: Roswitha Zadow und Benedikt Tworek sind beide Entspannungstrainer und möchten Betroffenen Möglichkeiten aufzeigen, mit Tinnitus zu leben. Tinnitus bezeichnet ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, denen keine äußeren Schallquellen zugeordnet werden können. Das unangenehme Geräusch im Ohr kann unterschiedliche Ursachen haben und belastet stark das alltägliche Leben. Resignation, Stress und Angst sind die Folge.

Neben dem Erfahrungsaustausch in der Gruppe möchten die beiden verstärkt mit unterschiedlichen Entspannungstechniken und Kreativität arbeiten. Beide sind seit ihrer Jugend von der Störung der Hörfunktion betroffen und bringen viel Erfahrung mit. „Als ich mit Fünfzehn den ersten Hörsturz hatte, veränderte das mein Leben. Während andere Partys feierten, blieb ich zu Hause. Man isoliert sich selbst immer mehr“, so Tworek. Der 32-Jährige Musiker hat aber Wege gefunden, das Problem anzugehen: „Nicht nur Entspannungsübungen haben mir geholfen, sondern auch kreative Beschäftigungen wie das Schreiben und Malen sowie die Musik“.

Roswitha Zadow ist es wichtig, dass Betroffene wissen, dass man auch etwas tun kann und mit dem Leiden nicht alleine ist: „Der Tinnitus darf nicht das Leben bestimmen“.

In der Selbsthilfegruppe, die im Durchschnitt von acht Betroffenen besucht wird, werden auch aktuelle Themen aufgegriffen und Vorträge, zum Beispiel von Ärzten, angeboten. Geplant sind außerdem gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge.

Die Selbsthilfegruppe „Echo“ trifft sich jeden letzten Mittwoch im Monat um 18 Uhr in der Germeringer Insel. Das nächste Treffen findet am 29. Januar statt.