Café Zenja wieder geöffnet

Café Zenja

Nach der vorübergehenden Schließung des Café Zenja im Mehrgenerationenhaus, gibt es seit Montag, 04. Mai, die Möglichkeit Speisen zum Mitnehmen zu bestellen. Ab 10 Uhr gibt es Kaffee und wechselnde Wochensnacks zum Mitnehmen. Die Mittagsgerichte gibt es ab 12 Uhr zum Abholen.

Um lange Schlangen zu vermeiden, bittet das Team um eine telefonische Vorbestellung unter 089 80076001. Es wird außerdem darum gebeten, beim Abholen einen Nasen-Mund-Schutz zu tragen und einen Abstand von zwei Metern einzuhalten.

Ab Montag, 25. Mai ist auch wieder der Außen- und Innenbereich des Cafés mit reduzierten Plätzen (um den notwendigen Abstand zu gewährleisten) zu den gewohnten Zeiten geöffnet.

Corona: Wie geht es den Mitarbeiter*innen?

Die Germeringer Insel hat auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die während der Corona-Krise zu Hause sind. Wir haben sie gefragt, wie es ihnen in diesen Zeiten geht.

Monique Braun

Monique Braun

Wie war ihre erste Reaktion, als Sie von Corona erfahren haben?

Zuerst habe ich gedacht, das ist ja noch relativ weit weg, aber als wir Corona gleich im Nachbar-Landkreis gehabt haben, bin ich schon sehr nachdenklich geworden, weil ich ja Hochrisiko-Patientin bin. Und ich habe gleich gewusst, wenn sich das ausbreiten würde, würde das auch für mich Einschränkungen mit sich bringen.

Verhalten Sie sich als Zugehörige einer Risikogruppe anders als die meisten Menschen?

Ja, zum größten Teil schon. Ich bin sehr vorsichtig, weil ich weiß, dass das unter Umständen sehr schlimm für mich sein könnte und ich richte mich wirklich ganz streng nach den Regeln. Ich gehe eigentlich nur noch zum Arzt, zur Apotheke, bestenfalls mal auf den Markt zum Einkaufen. Ich habe aber ganz nette Nachbarn, die für mich alles Notwendige besorgen. Und ich gehe auch an die frische Luft, aber nur, wenn nicht viele Leute unterwegs sind.

Wie haben Sie bisher die Corona-Zeit verbracht?

Ich habe möglichst versucht, mein gewohntes Leben weiter zu leben, auch mit den Einschränkungen. Ich habe viel Zeit verbracht, Musik oder Hörbücher zu hören und mich auf mich selbst zu besinnen. Ich habe auch noch weiter im Homeoffice für die Insel gearbeitet und die Ehrenamtlichen betreut. Ich war schon immer irgendwie beschäftigt.

Wie kommen Sie mit den Einschränkungen zurecht?

Ich bin Einschränkungen von Jugend an gewöhnt, deshalb ist das für mich auch nicht so ein großes Problem. Es ist nur eine andere Einschränkung. Ich richte mich einfach danach und kann gut damit umgehen. Ich bin selbst erstaunt, dass ich das so gut schaffe.

Was vermissen Sie am meisten?

Ich würde gerne wieder selber einkaufen. Jetzt muss ich mir immer genau überlegen, was ich brauche und kann nicht spontan entscheiden, was ich heute koche. Ich fotografiere auch sehr gerne – das ist leider im Moment auch nicht so möglich.

Haben Sie in der Zeit etwas gemacht, was sie vorher noch nicht gemacht haben?

Nein, eigentlich nicht.

Finden Sie die Maßnahmen gerechtfertigt?

Ich finde die Maßnahmen der Politik richtig. Aber die Öffnungen gehen mir viel zu schnell. Ich bin für Lockerungen, aber nicht alles auf einmal. Da können die ja irgendwann nicht mehr nachvollziehen, was richtig oder falsch war. Ich glaube, das schadet uns allen. Wenn ich meine Umgebung beobachte, gibt es Menschen, die sich gut an die vorgeschriebenen Maßnahmen halten, aber auch viele, die leichtsinnig damit umgehen. Vor diesem Leichtsinn habe ich ein wenig Angst, denn das könnte eine zweite Welle auslösen. Ich glaube, wenn sich jeder an Abstand halten, Mundschutz und Händewaschen hält, könnten wir das in den Griff bekommen. Leider tun das nicht alle.

Hat die Corona-Krise zu einem Umdenken bei Ihnen geführt?

Ich habe festgestellt, dass die Nachbarschaftshilfe, die sozialen Kontakte in unmittelbarer Nähe, doch intensiver geworden sind und das finde ich toll. Ich hoffe, dass das bei den Menschen so bleiben wird. Ich möchte hier ein Zitat von einem Weisheits-Lehrer anführen: “Gib dich nicht dem Trübsinn hin. Quäle dich nicht selbst mit nutzlosem Grübeln. Freude und Fröhlichkeit verlängern das Leben des Menschen und machen es lebenswert”. Da ist viel Wahres dran. Jüngere Leute kennen keine Einschränkungen. Sie sind es immer gewohnt gewesen, frei zu leben und da ist es natürlich ein großer Einschnitt, wenn man nicht mehr das tun kann, was man möchte. Das Umdenken sollte bewusst machen, dass es immer Einschränkungen geben kann. Je früher man das lernt, desto besser kann man mit solchen Einschränkungen umgehen.

Was werden Sie als erstes tun, wenn alles vorbei ist?

Erst einmal möchte ich mich bei all denen bedanken, die mich in dieser Zeit unterstützt haben. Da werde ich mir irgendwas Tolles überlegen. Ich muss Danke sagen können, den Menschen, die etwas tun. Im Moment kann man das in kleiner Form, aber nicht so, wie ich mir das vorstelle. Außerdem freue ich mich darauf, wieder in der Germeringer Insel arbeiten zu können. Das wäre für mich wichtig, weil ich ja bald in Rente gehe. Und natürlich freue ich mich, wenn ich mich wieder mit Freunden treffen oder reisen kann.

Corona: Wie geht es den Mitarbeiter*innen?

Die Germeringer Insel hat auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter, die während der Corona-Krise zu Hause sind. Wir haben sie gefragt, wie es ihnen in diesen Zeiten geht.

Brigitte Busch

Brigitte Busch

Wie war ihre erste Reaktion, als Sie von Corona erfahren haben?

Erst einmal ein Schock. Etwas, das man verdauen muss, aber nicht einordnen kann. Wie sollte man sich verhalten?

Wie haben Sie bisher die Corona-Zeit verbracht?

Ich musste erste einmal schauen. Vorher war ja eine Struktur da. Ich war auf Reisen, hatte meinen Chor, ich konnte Tai Chi machen, ich konnte ins Fitness gehen und das fehlte alles auf einmal. Aber man kann auch zu Hause eine Eigendynamik entwickeln. Da bietet sich zum Beispiel die Gartenarbeit an, man liest ein gutes Buch oder schaut den Fischen im Teich zu. Man hat Zeit und Muße. Ich gehe auch mit meinem Mann gemeinsam spazieren und das Wetter war auf jeden Fall gut für die Krise. Wenn man triste Gedanken hat und es dauernd regnet, ist das nicht so gut.

Wie kommen Sie mit den Einschränkungen zurecht?

Ich sage mir, man muss aus der Situation das Beste machen. Ich versuche, es mir zusammen mit meinem Mann schön zu machen. Diejenigen, die das alleine tragen müssen, haben es auf jeden Fall schwerer. Und eigentlich bin ich auch ein positiver Mensch.

Was vermissen Sie am meisten?

Vor allem die sportliche Betätigung und meinen Chor. Wir hätten im März ein Konzert gehabt. Ich würde auch gerne wieder reisen. Es gibt schon vieles, das ich vermisse, aber jetzt nutze ich die Zeit und Ruhe zu Hause – das ist gar nicht so schlecht.

Haben Sie in der Zeit etwas gemacht, was sie vorher noch nicht gemacht haben?

Ja, tatsächlich. Da wir jetzt nicht mehr Essen gehen können, koche ich jetzt viel mehr. Ich hatte mir das eigentlich schon nicht mehr so zugetraut, aber jetzt habe ich neue Rezepte ausprobiert. Die sind zum größten Teil gelungen und es hat auch geschmeckt. Ich möchte das Kochen auch beibehalten.

Finden Sie die Maßnahmen gerechtfertigt?

Ich finde das nicht übertrieben. Ich gehöre ja auch zur Risikogruppe und da ist einfach Vorsicht geboten. Ich finde aber auch die Lockerungen, die jetzt kommen ganz richtig. Man muss einfach austesten, wie weit man gehen kann. Im Prinzip ist das ja auch nicht so schwer: Abstand zu halten, eine Maske zu tragen, auch wenn es unangenehm ist. Wenn man sich daran hält, könnte man sicher schon erreichen, dass die Infektionsrate wieder sinkt.

Hat die Corona-Krise zu einem Umdenken bei Ihnen geführt?

Ich bin etwas demütiger geworden. Ich schätze jetzt alles noch mehr als vor der Corona-Krise.

Was werden Sie als erstes tun, wenn alles vorbei ist?

Bei schönem Wetter am Starnberger See segeln. Dann natürlich wieder die Kontakte zu meinen Kindern, Enkeln und Freunden intensivieren.